PD Dr. Nadine Metzger

PD Dr. habil. med. Nadine Metzger, PhD

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Lehrstuhl für Geschichte der Medizin

Lebenslauf

02/2020

Habilitation für Geschichte und Theorie der Medizin an der FAU Erlangen-Nürnberg (Projekttitel: Konstitutionslehre und Medizintheorie 1910–1930)

seit 10/2009

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU Erlangen-Nürnberg

2006-2009

Promotionsstudium an der Newcastle University, U.K., gefördert durch eine Wellcome Prize Studentship (Wellcome Trust)

2001-2006

Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes

2000-2006

Magisterstudium der Alten Geschichte, Historischen Anthropologie und Philosophie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Arbeitsschwerpunkte

  • Antike und byzantinische Medizin
  • Geisteskrankheiten und Dämonenglaube
  • Rezeptionsgeschichte
  • Konstitutionslehre und Normabgrenzung 19./20. Jahrhundert

Publikationsverzeichnis

Wolfsmenschen und nächtliche Heimsuchungen Cover

Wolfsmenschen und nächtliche Heimsuchungen. Zur kulturhistorischen Verortung vormoderner Konzepte von Lykanthropie und Ephialtes, Remscheid: Gardez Verlag 2011.

[ausgezeichnet mit dem Förderpreis der DGGMNT e.V. 2012]

Rezension (The Classical Review)

 

 

Vom Geheimmittel zum Allgemeingut? Hiera-Rezepte im frühbyzantinischen Arzneischatz, in: Geheimnis und Verborgenes im Mittelalter. Funktion, Wirkung und Spannungsfelder von okkultem Wissen, verborgenen Räumen und magischen Gegenständen. Hrsg. v. Stephan Conermann, Harald Wolter-von dem Knesebeck und Miriam Quiering, Berlin: De Gruyter, 2021, S. 603-622. Online beim Verlag.

Mit dem Maßband zum Normkörper. Die Medizin auf der Suche nach dem „Normalen“ im 19. und frühen 20. Jahrhundert, in: Atzelsberger Gespräche 2019, hrsg. v. M. Rohe, Erlangen: FAU Univ. Press 2021, S. 61-81. Open Access.

Der Internist, Konstitutionspathologe und Sportmediziner Hermann Rautmann (1885-1956), in: Sudhoffs Archiv 104 (2020), 32-70.

Als „Hermaphrodit“ beim Arzt, 1671. Vom Umgang mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen in Medizin und Gesellschaft der Neuzeit, in: Zuordnungen in Bewegung, hrsg. v. D. Feldmann, A. Keilhauer und R. Liebold, Erlangen: FAU Univ. Press 2020, S. 175-195.

[Mit Cora Dietl und Christoph Schanze] Seismographien des Wahnsinns, in: Wahnsinn und Ekstase. Literarische Konfigurationen zwischen christlicher Antike und Mittelalter, hrsg. v. C. Dietl, C. Schanze und N. Metzger, Wiesbaden: Reichert 2020, S. vii-xiv.

„Prächtiges Menschenmaterial“. Anthropometrische Konstitutionsforschung auf der Suche nach dem statistischen Normalkörper (1914-1922), in: NTM Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin 28 (2020), S. 35-68. Onlineartikel auf SpringerLink.

Eine Antwort auf die «Krise der Medizin»? Die Moderne Konstitutionslehre im Krisendiskurs 1925 bis 1933, in: Gesnerus 76 (2019), S. 58-89.

[mit Dana Derichs] Anfänge und Durchsetzung des medizinischen Frauenstudiums an der Friedrich-Alexander-Universität in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in: Die Medizinische Fakultät der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Kontexte, Köpfe, Kontroversen (1743-2018), hrsg. v. K.-H. Leven, Ph. Rauh, A. Thum u. S. Ude-Koeller, Köln/Weimar/Wien 2018.

[mit Fritz Dross] Krankheit als Werturteil. Eine kleine Geschichte des Umgangs mit Krankheit und Kranken, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 68, Heft 24 „Krankheit und Gesellschaft“ (2018), S. 4-11 [Wiederabdruck in: Universitas 74 (2019), 5-25].

„Not a Daimon, but a Severe Illness“. Oribasius, Posidonius and Later Ancient perspectives on superhuman agents causing disease, in: Mental Illness in Ancient Medicine. From Celsus to Caelius Aurelianus, hrsg. v. Peter Singer und Chiara Thumiger, Leiden: Brill 2018 (Studies in Ancient Medicine 50), S. 79-106 [ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Fachverbands Medizingeschichte 2019].

„Es sind noch große Forschungserträge zu erhoffen.“ Entwicklungen der Konstitutionslehre in den 1920er Jahren, in: Medizinhistorisches Journal 52 (2017), S. 270-307.

„‚Auf strengster wissenschaftlicher Grundlage‘. Die Etablierungsphase der modernen Konstitutionslehre 1911 bis 1921“, in: Medizinhistorisches Journal 51 (2016), S. 209–245.

„Kynanthropy. Canine Madness in Byzantine Late Antiquity”, in: History of Psychiatry 26 (2015) S. 318–331.

„Railway Spine, Shell Shock and Psychological Trauma. The limits of retrospective diagnosis“, in: Trauma and Traumatization in Individual and Collective Dimensions. Insights from Biblical Studies and Beyond, ed. by Eve-Marie Becker, Jan Dochhorn and Else Holt, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2014, S. 43–61.

„Dämon oder Krankheit? Der Alpdruck in der frühbyzantinischen Medizin“ in: Gottes Werk und Adams Beitrag. Formen der Interaktion zwischen Mensch und Gott im Mittelalter, hrsg. v. Th. Honegger et al., Berlin: Akademie Verlag, 2014, S. 31–42.

„Paulos Nikaios‘ Exzerptionstechnik bei den melancholischen Krankheiten“, in: Galenos 7 (2013), S. 111–132.

„Battling Demons with Medical Authority. Werewolves, physicians and rationalization“, in: History of Psychiatry 24 (2013). S. 341–355.

„Zwischen Mensch und Wolf. Zur Lykanthropie in der spätantiken Medizin“, in: Les Études Classiques 80 (2012). 30 Jahre Arbeitskreis Alte Medizin in Mainz. Beiträge der Tagung 2010, hrsg. v. K.-D. Fischer, S. 135–156.

„Incubus as an Illness. Taming the Demonic by Medical Means in Late Antiquity and Beyond“, in: The Devil in Society in Premodern Europe, ed. by Richard Raiswell with Peter Dendle, Toronto: Centre for Reformation and Renaissance Studies 2012, S. 483–510.

„Antike Lykanthropie. Wenn Menschen sich für Wölfe halten.“, in: Praxis. Schweizerische Rundschau für Medizin 95(8), 2006, S. 299–302.

[Mit Cora Dietl und Christoph Schanze]: Wahnsinn und Ekstase. Literarische Konfigurationen zwischen christlicher Antike und Mittelalter, Wiesbaden: Reichert 2020 (Reihe: Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung).

Art. „Wolf. Antike Zoologie“ in: Tiere in der Literatur des Mittelalters. Ein interdisziplinäres Lexikon, hrsg. v. Animaliter/S. Obermaier, Universität Mainz 2010 (Onlinepublikation, URL: http://www.animaliter.uni-mainz.de/wolf/)

2007-2009 Herausgeberin des Online-Journal Postgraduate Forum, Newcastle University, http://www.societies.ncl.ac.uk/shspgf/journal.htm (Edition 4, 5 und 6)

Aufzeichnung des Vortrags vom 13.11.2013 im Rahmen der Universitätsringvorlesung „Vom Nutzen der Zweideutigkeit. Ambiguität als Chance und Problem“

Die Vielfalt des Normalen. Ambiguität als Problem für das naturwissenschaftliche Körperbild um 1900

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts möchte die moderne Medizin den an sich ambigen menschlichen Körper naturwissenschaftlich fassbar machen. Dazu bedient sie sich u.a. Vermessung und Typisierung, früher mit Hilfe der Anatomie, heute der Genetik. Doch das Eindeutig-machen von Körpern, das Definieren und Abgrenzen, ist schwierig und kann nie wertfrei geschehen. Naturwissenschaftlichkeit wirkt auch als Label, um die Deutungsmacht der Medizin in der Moderne zu rechtfertigen. Der Vortrag behandelt das Grundproblem naturwissenschaftlicher Ordnungsversuche des Körpers am Beispiel von Körpervermessung und -typisierung Anfang des 20. Jahrhunderts.

Autor
Dr. Nadine Metzger
Quelle
https://www.video.uni-erlangen.de/webplayer/id/10969
Audio-Format
https://www.fau.tv/webplayer/id/11081
Provider
Videoportal der FAU (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)