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Q2-GTE

  1. Querschnittsbereich 2: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin (GTE)

Liebe Studierende,

aufgrund der aktuellen Situation und einschlägiger Bestimmungen des Freistaats Bayern und der Universitätsleitung ist der Unterricht in GTE im Sommersemester 2021 vollständig auf Online-Lehre umgestellt worden. Allgemeine Informationen zum Coronavirus und dessen Auswirkungen auf die FAU finden Sie unter https://www.studon.fau.de/crs2888923.html

 

Die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) vom 27. Juni 2002 sieht für die ärztliche Ausbildung den Unterricht in Einzelfächern und Querschnittsbereichen vor. Der Querschnittsbereich 2 „Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin“ (GTE) liegt mit zwei Semesterwochenstunden in Erlangen im 3. Klinischen Semester und wird vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin durchgeführt. Unterrichtsformen sind eine Hauptvorlesung zur Geschichte und Ethik der Medizin im Plenum der Studierenden und thematisch orientierte Seminare mit ca. 10-15 Teilnehmer*innen.

Der Querschnittsbereich GTE thematisiert geistes- und kulturwissenschaftliche Probleme der Medizin und des Gesundheitswesens. Analysiert wird, wie in verschiedenen historischen Epochen, einschließlich der Gegenwart, das Wissen über Natur und Mensch, Gesundheit, Krankheit und Heilung konzeptualisiert bzw. gewonnen wurde und wird. Hierbei sind kulturelle, politische und ökonomische Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Weiterhin geht es um Formen der Arzt-Patient-Beziehung, den Gesundheits- und Heilermarkt sowie ethisch-philosophische Grundfragen in ihrer jeweiligen historischen und kulturellen Bedingtheit.

In den Seminaren werden dazu ausgewählte Themen aus den Bereichen der Medizingeschichte, Medizintheorie und Medizinethik problematisiert und vertieft. Aus den angebotenen Seminaren (Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!) müssen die Studierenden eines verpflichtend belegen, um zur Klausur zugelassen zu werden.

Notwendige Voraussetzungen für den Erwerb des benoteten Leistungsnachweises im Querschnittsbereich Q2 sind die regelmäßige Teilnahme an der Hauptvorlesung „Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin“ (1SWS) und das Bestehen der Abschlussklausur über den Inhalt der Vorlesung. Bitte beachten Sie für das Sommersemester 2021: Die Vorlesungsaufzeichnungen stehen Ihnen online über StudOn zur Verfügung.

Voraussetzung für die Zulassung zur Klausur ist die regelmäßige Teilnahme an einem der Q2 Seminare (1SWS). In den Seminarkursen wird aktive Mitarbeit, u.a. durch die Mitgestaltung einer Unterrichtseinheit (Kurzreferat), erwartet.

Aus der Klausur und dem Seminar ergibt sich die Gesamtleistung im Querschnittsbereich 2.

Die Abschlussklausur zur Hauptvorlesung „Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin“ findet voraussichtlich Ende Juni 2021 in digitaler Form als Open-Book-Klausur statt. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben. Wiederholer werden automatisch wieder zur Klausur angemeldet. In diesem Fall muss das Seminar nicht noch einmal besucht werden, der erneute Besuch der Vorlesung ist freigestellt. Falls Sie krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen nicht an der Klausur teilnehmen können, setzen Sie sich bitte vorab mit dem Sekretariat des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin in Kontakt (09131/85-22308 oder renate.rittner@fau.de).

 

Die Ergebnisse werden im MeinCampus-System eingetragen und können im Sommersemester ab Anfang September und im Wintersemester ab Anfang März eingesehen werden.

Bitte beachten Sie für das Sommersemester 2021:

Der Unterricht im Querschnittsbereich 2 – Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin verteilt sich – auch online – auf die Vorlesung und die Seminare. Die Vorlesung können Sie auf StudOn ansehen. Der Vorlesungsstoff ist am Ende des Semesters Teil einer Klausur. Die 11 angebotenen Seminare bieten Vertiefungen zu einzelnen Themata aus dem Spektrum. Der Besuch und die rege Beteiligung an einem der Seminarangebote ist Teil der Gesamtleistung im Querschnittsbereich 2.

 

Die Einschreibung für die Seminargruppen für das Sommersemester 2021 erfolgt von Montag, 1.3.2021, 18:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr über Mein Campus. Student*innen die im gleichen Semester für ein GTE-Seminar eingetragen sind, werden automatisch in „Mein campus“ zur Klausur angemeldet. Falls Sie krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen nicht an der Klausur teilnehmen können, setzen Sie sich bitte vorab mit dem Sekretariat des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin in Kontakt (Tel: 09131/85-22308, E-Mail:renate.rittner@fau.de). Vorlesung und Seminar müssen im selben Studiensemester besucht werden. Wiederholer werden automatisch wieder zur Klausur angemeldet. Das Seminar muss nicht erneut besucht werden. Der erneute Besuch der Vorlesung ist freigestellt.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Sie ein über „Mein Campus“ gewähltes Seminar nicht wechseln können.

Bei organisatorischen Fragen zur Einschreibung wenden Sie sich bitte nicht an die Dozenten, sondern an das Sekretariat des Lehrstuhls für Geschichte der Medizin (Tel: 09131/85-22308, E-Mail: renate.rittner@fau.de).

Übersicht Q2-Kurse und Vorlesung

Die Vorlesungsaufzeichnungen stehen Ihnen online über StudOn zur Verfügung.

 

Dozent: Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

Anmeldung: Montag, 1.3.2021, 20:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr.
Maximale Teilnehmerzahl: 18

Einführung und Verteilung der Seminaraufgaben (Impulsreferate): Donnerstag, 22. April 2020, 14:15-15:45 Uhr
Ort: Zoom-Meeting

Blockseminar: Freitag, 07. Mai 2021, 14:00 Uhr -20:00 Uhr
Ort: Zoom-Meeting

Seminarbeschreibung

Dass die Medizin in der mittelalterlichen Welt des Islams einen weit höheren Standard als im westlichen Mittelalter hatte, weiß heute jedes Kind, nicht zuletzt durch den Film „Der Medicus“. Weniger bekannt ist jedoch, dass das hohe Niveau der „arabischen“ Medizin auf der direkten Übernahme der griechischen Medizin basierte. Wir haben es mit dem Phänomen eines Kulturtransfers welthistorischen Formats zu tun; Wissenschaft ist, wenn sie gut ist, immer international und Grenzen überschreitend. Das Seminar geht diesem prinzipiellen Phänomen anhand der Medizin im Islam nach. Zum einen geht es um die Aneignung der griechischen Medizin durch die mittelalterliche islamische Welt, zum anderen um das Spannungsverhältnis der modernen naturwissenschaftlichen Medizin mit dem Islam, hier dem religiösen Recht, wie es in der Scharia abgebildet ist.

Dozent: Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

Anmeldung: Montag, 1.3.2021, 20:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr.
Maximale Teilnehmerzahl: 18

Einführung und Verteilung der Seminaraufgaben (Impulsreferate): Donnerstag, 22. April 2021, 16:15-17:45 Uhr
Ort: Zoom-Meeting

Blockseminar: Freitag 14. Mai 2021, 14:00 Uhr – 20:00 Uhr
Ort: Zoom-Meeting

Seminarbeschreibung

In der naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin sind Tier- und Menschenversuche unverzichtbar. Das Seminar thematisiert deren historische Dimension. Tier- und Menschenversuche haben eine markante Geschichte, die über die Renaissance bis in die Antike zurückreicht. An ausgewählten historischen Beispielen wird das eigentümliche Spannungsverhältnis von Tier- und Menschenversuchen erörtert (Antike, Frühe Neuzeit, 19. Jahrhundert, NS-Medizin, Zeitgeschichte); zum Problemfeld gehören auch Bemühungen, in der Erfahrung von Tabubrüchen Regeln zu kodifizieren und durchzusetzen. Die Studierenden werden ausgewählte Texte lesen und interpretieren; Impulsreferate zu abgegrenzten Themen sind geeignet, die Diskussion in der Gruppe anzuregen. Das Seminar findet online statt.

Dozent: Prof. Dr. Karl-Heinz Leven

Anmeldung: Montag, 1.3.2021, 20:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr.
Maximale Teilnehmerzahl: 18

Einführung und Verteilung der Seminaraufgaben (Impulsreferate): Donnerstag, 22. April 2021, 18:15-19:45 Uhr
Ort: Zoom-Meeting

Blockseminar: Donnerstag 21. Mai 2021, 14:00-20:00 Uhr
Ort: Zoom-Meeting

Seminarbeschreibung

Die Geschichte der Pocken ist zugleich beispielhaft und singulär; beispielhaft steht sie für die fortschreitende Beherrschung einer gefährlichen Infektionskrankheit, die seit dem 18. Jahrhundert durch medizinische Maßnahmen direkt im Sinne einer Primärprophylaxe bekämpft wurde. Zugleich ist die Geschichte der Pocken singulär, da diese Infektionskrankheit bis heute die einzige geblieben ist, die durch eine Impfung vom Erdboden getilgt werden konnte. Einzigartig sind die Pocken auch insofern, als sie im Sinne einer welthistorischen Wende die Entvölkerung Amerikas im Zuge der Eroberung durch die Europäer seit dem frühen 16. Jahrhundert bewirkten. Im Seminar werden die verschiedenen Aspekte der Geschichte der Pocken dargestellt und erörtert. Ein Themenschwerpunkt widmet sich der Problematik von Impfversuchen im Hinblick auf die gegenwärtige Pandemie.

Dozent: Dr. Susanne Ude-Koeller

Anmeldung: Montag, 1.3.2021, 20:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr.
Maximale Teilnehmerzahl: 18

Seminarverlauf: Alle Seminartermine finden als Online-Termine statt!

  1. Organisatorische Vorbesprechung am Do 15.04.2021 um 17:00 Uhr (Dauer: 30 Minuten)
  2. Thematische Einführung am Do 29.04.2021 um 16:30 Uhr (Dauer: 60 Minuten)
  3. Webinar der Arolsen Archives am (im Mai 2021, genauer Termin wird noch bekanntgegeben); (Dauer: 45 -60 Minuten)
  4. Mitarbeit an der Aktion everyname counts in einem Umfang von ca. 5-6 Stunden ( Bearbeitungszeit jeweils Donnerstag 14.00 -18.00 oder frei wählbar)
  5. Abschlussveranstaltung Digitales Gedenken am Do 16.06.2021 um 16:30 Uhr (Dauer: 45 Minuten)
  6. Rückfragen und online-Sprechstunde jederzeit nach Absprache per E-Mail: susanne.ude-koeller@fau.de

Seminarbeschreibung

Die Crowdsourcing-Initiative #everynamecounts ist eine Aktion der Arolsen Archives mit dem Ziel, möglichst viele Namen und Schicksale von Verfolgten des Nationalsozialismus für das kollektive Gedächtnis digital zu erschließen (https://arolsen-archives.org/lernen-mitwirken/ausstellungen-kampagnen/everynamecounts/?gclid=EAIaIQobChMIsMfPqsjk7gIVS_7VCh3HSQBZEAAYASAAEgK1WfD_BwE) Die Arolsen Archives sind mit über 30 Millionen Akten, Karteikarten und Listen zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes das weltweit umfassendste Archiv. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden von 1933 bis 1945 Millionen von Menschen verschleppt und ermordet. Nach einer inhaltlichen Einführung in die Thematik, die sowohl Fragen spezieller Opfergruppen als auch Aspekte des zeitgemäßen Erinnerns in den Blick nimmt, nehmen die Studierenden an einem ca. einstündigen Webinar des Archivs teil. Das Webinar ist inhaltlich auf das GTE-Seminar ausgerichtet, u.a. werden erhaltene Krankenakten von Opfern vorgestellt und erläutert. Darüber hinaus erfolgt eine praktische Einführung in die digitale Aufnahme von Namen und Lebensdaten zur Rekonstruktion von Opferschicksalen. Als Äquivalent zu den üblichen Formaten „Referat“ bzw. „Wiki“ beteiligen sich die Studierenden schließlich in einem Zeitaufwand von ca. 5-6 Stunden aktiv an der Initiative „everynamecounts“. „Die Dokumente geben den Toten ihre Identität zurück, die die Nationalsozialisten ihnen nehmen wollten“ (Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters).

Dozent: Fritz Dross

Ablauf: Online-Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben

Anmeldung: Montag, 1.3.2021, 20:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr.
Maximale Teilnehmerzahl: 14

Seminarbeschreibung

1790 publizierte der fränkische Arzt Adalbert Friedrich Markus seine Eröffnungsrede auf das Bamberger Allgemeine Krankenhaus unter dem Titel „Von den Vortheilen der Krankenhäuser für den Staat“. Es fällt auf, das Markus nicht etwa die Vorteile einer Krankenhausbehandlung für die Patientinnen und Patienten, sondern diejenigen für den Staat ins Auge nimmt, der allerdings auch Träger und Financier des Bamberger Hauses war. Für gut zwei Jahrhunderte dominierten öffentliche Träger, neben dem Staat insbesondere auch die Kommunen, sowie religiös und weltanschaulich gebundene gemeinnützige Träger das Krankenhauswesen, in dem etwa seit Beginn des 21. Jahrhunderts vermehrt private (Kapital-)Gesellschaften tätig werden. Welche Folgen hat dies für die Gesundheitsversorgung in der Breite der Gesellschaft, für die einzelnen Patientinnen und Patienten, aber auch für die Beschäftigten im Krankenhaus? Das Seminar möchte sodann danach fragen, wie sich ökonomischer Druck, gesellschaftliche Debatten und zunehmende Spezialisierung und Differenzierung auf den Arbeitsalltag im Krankenhaus auswirken und dort als kaum befriedigend lösbare „Alltagsprobleme“ auftauchen. Dies soll nicht zuletzt auf der Grundlage historischer Entwicklungslinien diskutiert werden.

Dozenten: Prof. Dr. Andreas Frewer, M.A. / PD Dr. Andreas Reis, M.Sc.

Erste Sitzung (Online): Mittwoch, 5. Mai 2021, 17:00-18:30 Uhr.

Blockseminar (Online): Freitag, 4. Juni 2021, 15:00-20:00 Uhr und Samstag, 5. Juni 2021, 10:00-15:00 Uhr.

Seminarbeschreibung

Wie kann eine gute und gerechte(re) Medizin auf der ganzen Welt erreicht werden? Wofür sollte man sinnvoller Weise Ressourcen im Gesundheitswesen einsetzen? Welche ethischen Prinzipien können individuelles und staatliches Handeln leiten? Das Seminar geht dabei auf Entwicklung und Grundlagen von Public Health und Global Health Ethics ein. Strukturen und Organisationen auf nationaler wie auch globaler Ebene werden vorgestellt sowie am Beispiel von ausgewählten Themenfeldern erläutert: Resourcen-Allokation und Prioritätensetzung, Infektionskrankheiten und Pandemien, Organhandel und Medizintourismus, Neue Technologien (Big Data und KI), Gesundheitsförderung und (Interessen-)Konflikte. Ergänzend werden exemplarische WHO-Fallstudien präsentiert, die u.a. einen besonders aktuellen Schwerpunkt im Bereich „Menschenrechte und Ethik bei Pandemien“ setzen.

Literatur

Dozent: Prof. Dr. Andreas Frewer, M.A.

Erste Sitzung (Online): Donnerstag, 6. Mai 2021, 17:00-18:30 Uhr.

Blockseminar (Online): Freitag, 18. Juni 2021, 17:00-20:00 Uhr und Samstag, 19. Juni 2021, 9:00-16:00 Uhr.

Seminarbeschreibung

Ethische Fragen werden in der Medizin immer wichtiger. Auch durch den demographischen Wandel ergeben sich zunehmend moralische Konflikte bei der Behandlung oder Versorgung älterer Menschen und hochbetagter Patienten. Welche speziellen Bedürfnisse haben Senioren in unserer Gesellschaft, welche Fragen der Nichtdiskriminierung und Verteilungsgerechtigkeit gibt es im Gesundheitswesen? Das Seminar schlägt einen Bogen von generellen menschenrechtlichen Dimensionen hin zu spezifischen ethischen Problemen in der Praxis: Wie können trotz Schwierigkeiten mit Ageism, Pflegemangel und Stigmatisierung gute Behandlung und gerechte Allokation für die Medizin gewährleistet werden? Welche besonderen vulnerablen Situationen sind bei Patientenverfügungen und Beratung im hohen Alter oder für Personen mit Demenz zu berücksichtigen? In Referaten sowie Beiträgen aus dem Graduiertenkolleg „Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“ wird das Themenfeld erörtert.

Literatur

Aronson, P./Mahler, C. (2016): Menschenrechte in der Pflegepraxis – Herausforderungen und Lösungsansätze in Pflegeheimen. Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte.

Dammann, R./Gronemeyer, R. (2009): Ist Altern eine Krankheit? Wie wir die Herausforderungen der Demenz bewältigen. Frankfurt a.M.: Campus.

Frewer, A./Bergemann, L./Schmidhuber, M. (Hrsg.) (2015): Demenz und Ethik in der Medizin. Standards zur guten klinischen Praxis. Jahrbuch Ethik in der Klinik 8. Würzburg: Königshausen & Neumann.

Kruse, A. (2016): Lebensphase hohes Alter. Verletzlichkeit und Reife. Heidelberg u.a.: Springer.

Remlein, K./Nübel, G. (2001): Der alte Mensch im Krankenhaus – Umsorgt oder entsorgt? Neumünster: Ed. Jakob van Hoddis im Paranus-Verlag.

 

Dozent: Fritz Dross

Ablauf: Online-Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben

Anmeldung: Montag, 1.3.2021, 20:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr.
Maximale Teilnehmerzahl: 16

Seminarbeschreibung

Die Geschichtsschreibung zur nationalsozialistischen Diktatur ist ebenso reich wie die speziellere Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus. Als einschlägig ausgewiesene Spezialisten 2011 versuchten, „Bilanz und Perspektiven der Forschung“ zum Thema zusammenzustellen, mussten sie konstatieren: „Die Forschungsliteratur zur Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus lässt sich inzwischen kaum noch überblicken. […] Selbst ausgewiesene Experten und Kenner der Materie tun sich deswegen gelegentlich schwer, den Stellenwert ihrer eigenen Arbeit in diesem sich dynamisch entwickelnden Forschungsfeld richtig einzuschätzen.“ Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es keine von der „allgemeinen“ Geschichte isolierte Medizingeschichte des Nationalsozialismums geben kann. Als rassistische „Biokratie“ war die nationalsozialistische Diktatatur auf die vermeintlich „wissenschaftliche“ Begründung der Lehre vom „rassereinen“, „gesunden Volkskörper“ elementar angewiesen, den Humanbiologie und Medizin leisteten. Medizin und Ärzteschaft erlebten eine enorme Aufwertung und dankten es dem Staat mit einer etwa durch Mitgliedschaft in der NSDAP und ihren Organisationen belegten Verbundenheit, wie sie für keine andere berufliche und soziale Gruppe bekannt ist. Anhand von fünf Themenkomplexen möchte das Seminar eine Schneise durch dieses Dickicht der Forschungsliteratur, aber besonders auch der Verflechtung von Medizin, Gesellschaft und Staat des nationalsozialistischen Deutschland schlagen. Dabei sollen immer auch die Verhältnisse in Erlangen als Beispiel dienen.

Dozent: PD Dr. med. Rainer Erices

Erste Sitzung (Online-Konferenz): Donnerstag, 27.05.2021, 16:30-18:00 Uhr.

Blockseminar (Online-Konferenz): Samstag, 12.06.2021, 10:00-18:00 Uhr.

 

Seminarbeschreibung

 

Vorbesprechung und Seminar finden als Videokonferenz statt. Wir nutzen dazu Zoom.
In der Vorbesprechung werden Fragen zu Ablauf, Inhalten und Organisation des Seminars geklärt.
Alle Teilnehmer übernehmen bestimmte Aufgaben.

 

Literatur

Aly, Götz: Die Belasteten. „Euthanasie“ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte, Frankfurt am Main 2013.
Bettin, H./Gadebusch Bondio, M. (Hrsg.) (2010): Medizinische Ethik in der DDR Erfahrungswert oder Altlast? Pabst Science Publishers, Lengerich u.a.
Bruns, Florian: Medizinethik im Nationalsozialismus. Entwicklungen und Protagonisten in Berlin (1939-1945), Stuttgart 2009.
Ernst, A.-S. (1997): Die beste Prophylaxe ist der Sozialismus: Ärzte und medizinische Hochschullehrer in der SBZ/DDR 1945-1961. Münster u.a.
Frewer, A./Erices, R. (Hrsg.) (2015): Medizinethik in der DDR. Moralische und menschenrechtliche Fragen im Gesundheitswesen. Stuttgart.
Kumbier, E./Steinberg, H. (Hrsg.) (2018): Psychiatrie in der DDR. Beiträge zur Geschichte. Berlin.
Mitscherlich, A./Mielke, F. (1978): Medizin ohne Menschlichkeit. Dokumente des Nürnberger Ärzteprozesses. Frankfurt am Main.
Müller, K.-D. (1997): Die Ärzteschaft im staatlichen Gesundheitswesen der SBZ und der DDR 1945-1989. In Robert Jütte (Hrsg.) (1997): Geschichte der deutschen Ärzteschaft. Köln, S. 243-273.
Mielke, U./Kramer, K. (2004): Die Medizinische Akademie Magdeburg und das Ministerium für Staatssicherheit. Band 11. Magdeburg.
Stein, R. (1992): Die Charité 1945-1992. Ein Mythos von innen. Berlin.
Süß, S. (1999): Politisch missbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR. Berlin.
Weil, F. (2008): Zielgruppe Ärzteschaft. Ärzte als inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Göttingen.

Dozent: Nadine Metzger

Ablauf: Das Seminar wird digital durchgeführt. Im Zentrum steht die Erarbeitung von Texten in Kleingruppen. Abgeschlossen wird das Seminar durch eine Abschlussdiskussion über Zoom. Bitte beachten Sie, dass die Zoom-Termine jeweils 105 Minuten lang sind und donnerstags von 16.15 bis 18.00 Uhr stattfinden.
Einzeltermine: Jeweils Donnerstags 16:15 bis 18:00 Uhr, 22.04.21/06.05.21/10.06.21

Anmeldung: Montag, 1.3.2021, 20:00 Uhr bis Freitag, 9.4.2021, 23:59 Uhr.
Maximale Teilnehmerzahl: 15

Seminarbeschreibung

Seit dem Wintersemester 1903/04 können sich Frauen an bayrischen Universitäten zum Studium einschreiben – damals nach zähen Kämpfen ein großer Erfolg für die Frauenbewegung, allerdings im Vergleich zu anderen europäischen Ländern um mehrere Jahrzehnte verspätet. Im Zentrum des Streits um das Frauenstudium standen Medizinstudium und Arztberuf für Frauen: Während die Befürworterinnen und Befürworter großen gesellschaftlichen Bedarf an weiblichen Ärzte sahen, denen ein besserer Zugang zu Frauen und Kinder zugesprochen wurde, sprachen die Gegner und Gegnerinnen Frauen prinzipiell die für Studium und Arztberuf notwendige geistige Befähigung, physische Konstitution, emotionale Stabilität und Verantwortungsgefühl ab. Im Ausland ausgebildet, trugen schon vor 1900 die ersten deutschen Ärztinnen durch ihr Beispiel und ihr Durchhaltevermögen unter widrigen Bedingungen dazu bei, dass sich das Berufsbild der „Ärztin“ Schritt für Schritt etablieren konnte. Das Seminar beschäftigt sich mit dem Weg von Frauen zum Arztberuf im Kaiserreich, den damaligen Frauenleben und Geschlechterbildern, der entscheidenden Rolle der Medizinprofessoren in der öffentlichen Auseinandersetzung um das Frauenstudium, den Studienbedingungen der ersten Medizinstudentinnen und den Arbeitsvoraussetzungen der ersten Ärztinnen.