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Q2-GTE

Querschnittsbereich 2: Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin (GTE)

Die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) vom 27. Juni 2002 sieht für die ärztliche Ausbildung den Unterricht in Einzelfächern und Querschnittsbereichen vor. Der Querschnittsbereich 2 „Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin“ (GTE) liegt mit zwei Semesterwochenstunden in Erlangen im 3. Klinischen Semester und wird vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin durchgeführt. Unterrichtsformen sind eine Hauptvorlesung zur Geschichte und Ethik der Medizin im Plenum der Studierenden und thematisch orientierte Seminare mit ca. 12-20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Der Querschnittsbereich GTE thematisiert geistes- und kulturwissenschaftliche Probleme der Medizin und des Gesundheitswesens. Analysiert wird, wie in verschiedenen historischen Epochen, einschließlich der Gegenwart, das Wissen über Natur und Mensch, Gesundheit, Krankheit und Heilung konzeptualisiert bzw. gewonnen wurde und wird. Hierbei sind kulturelle, politische und ökonomische Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Weiterhin geht es um Formen der Arzt-Patient-Beziehung, den Gesundheits- und Heilermarkt sowie ethisch-philosophische Grundfragen in ihrer jeweiligen historischen und kulturellen Bedingtheit.

In den Seminaren werden dazu ausgewählte Themen aus den Bereichen der Medizingeschichte, Medizintheorie und Medizinethik problematisiert und vertieft.

Notwendige Voraussetzungen für den Erwerb des benoteten Leistungsnachweises im Querschnittsbereich Q2 sind die regelmäßige Teilnahme an der Hauptvorlesung „Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin“ (1SWS) und das Bestehen der Abschlussklausur über den Inhalt der Vorlesung; Voraussetzung für die Zulassung zur Klausur ist die regelmäßige Teilnahme an einem der Q2 Seminare (1SWS). In den Seminarkursen wird aktive Mitarbeit, u.a. durch die Mitgestaltung einer Unterrichtseinheit (Kurzreferat), erwartet.

 

Die Klausur im Sommersemester 2020 findet am Donnerstag, 2. Juli 2020, von 14.15 bis 15.30  im kleinen und großen Hörsaal des Neuen Hörsaalzentrums (Ulmenweg 18) statt.

K-PS 5 Vorlesung Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin (Klausurtermin), Q2

Dozent/in

Details

Zeit/Ort n.V.:

  • Zeit/Ort n.V.

Prerequisites / Organizational information

Die Abschlussklausur zur Hauptvorlesung Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin findet am Donnerstag, 02.07.2020 von 14.15 bis 15.30 Uhr statt.

Ort: kleiner und großer Hörsaal, Neues Hörsaalzentrum, Ulmenweg 18

Vorlesung und Seminar müssen im selben Studiensemester besucht werden. Über die Einschreibung für die GTE-Seminare werden Sie automatisch in MeinCampus für die Klausur angemeldet, hierfür ist keine gesonderte Einschreibung notwendig; Wiederholer werden automatisch erneut zur Klausur angemeldet. In diesem Fall muss das Seminar nicht noch einmal besucht werden, der erneute Besuch der Vorlesung ist freigestellt.

Falls Sie krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen nicht an der Klausur teilnehmen können, setzen Sie sich bitte vorab mit dem Sekretariat der Professur für Ethik in der Medizin in Kontakt (09131/85-26430 oder kerstin.franzo@fau.de).

Zusätzliche Informationen

www: https://www.igem.med.fau.de/studium-und-lehre/q2-gte/

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Die Ergebnisse werden im MeinCampus-System eingetragen und können im Sommersemester ab Anfang September und im Wintersemester ab Anfang März eingesehen werden.

Die Einschreibung für die Seminargruppen für das Sommersemester 2020 erfolgt ab Montag, 02.03.2020, 18.00 Uhr über Mein Campus. Studierende, die im gleichen Semester für ein GTE-Seminar eingetragen sind, werden automatisch in „mein campus“ zur Klausur angemeldet. Falls Sie krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen nicht an der Klausur teilnehmen können, setzen Sie sich bitte vorab mit dem Sekretariat der Medizinethik in Kontakt (igem-sekretariat-ethik@fau.de) Vorlesung und Seminar müssen im selben Studiensemester besucht werden. Wiederholer werden automatisch wieder zur Klausur angemeldet. Das Seminar muss nicht erneut besucht werden. Der erneute Besuch der Vorlesung ist freigestellt.
Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass Sie ein über Mein Campus gewähltes Seminar nicht wechseln können. Bei organisatorischen Fragen zu der Einschreibung wenden Sie sich bitte nicht an die Dozenten, sondern ausschließlich an das Sekretariat der Professur für Ethik in der Medizin (Tel: 09131/85-26430, E-Mail: kerstin.franzo@fau.de)

Übersicht Q2-Kurse und Vorlesung

Dozent: Prof. Dr. med. Karl-Heinz Leven

Erste Sitzung (u. a. Vergabe der Referate): Donnerstag, 30.04.2020, 16.15-17.45 Uhr
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar: Freitag, 15.05.2020, 11.00-19.00 Uhr.
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Seminarbeschreibung

Dozent: Prof. Dr. med. Karl-Heinz Leven

Erste Sitzung (u. a. Vergabe der Referate): Donnerstag, 07.05.2020, 18.00-19.45 Uhr
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar: Freitag, 12.06.2020, 11.00-19.00 Uhr.
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Seminarbeschreibung

In der naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin sind Tier- und Menschenversuche unverzichtbar. Das Seminar thematisiert deren historische Dimension. Tier- und Menschenversuche haben eine markante Geschichte, die über die Renaissance bis in die Antike zurückreicht. An ausgewählten historischen Beispielen wird das eigentümliche Spannungsverhältnis von Tier- und Menschenversuchen erörtert (Antike, Frühe Neuzeit, 19. Jahrhundert, NS-Medizin, Zeitgeschichte); zum Problemfeld gehören auch Bemühungen, in der Erfahrung von Tabubrüchen Regeln zu kodifizieren und durchzusetzen.

Die Studierenden werden ausgewählte Texte lesen und interpretieren; Impulsreferate zu abgegrenzten Themen sind geeignet, die Diskussion in der Gruppe anzuregen.

Literaturhinweise

EBBINGHAUS, A./DÖRNER, K. (Hg.): Vernichten und Heilen. Der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Folgen. Berlin 2001.

ELKELES, B.: Der moralische Diskurs über das medizinische Menschenexperiment im 19. Jahrhundert. Stuttgart, Jena 1996.

GRIESECKE, B./SABISCH, K./PETHES, N./KRAUSE, M. (Hg.): Kulturgeschichte des Menschenversuchs im 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2009.

GRIESECKE, B./ KRAUSE, M./SABISCH, K./PETHES, N./ (Hg.): Menschenversuche. Eine Anthologie 1750-2000. Frankfurt/M. 2008.

HASTINGS CENTER SPECIAL REPORT (2012): Animal Research Ethics. Evolving Views and Practices.

Maehle, A.-H.: Kritik und Verteidigung des Tierversuchs. Die Anfänge der Diskussion im 17. und 18. Jahrhundert. Stuttgart 1992.

SINGER, P.. Praktische Ethik. Stuttgart 2. Aufl. 1994.

WIESING, U. et al. (Hg.): Ethik in der Medizin. Ein Studienbuch. Stuttgart 4. Aufl. 2012.

 

Dozent: Prof. Dr. med. Karl-Heinz Leven

Erste Sitzung (u. a. Vergabe der Referate): Donnerstag, 30.04.2020, 18.00-19.45 Uhr
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar: Freitag, 22.05.2020, 11.00-19.00 Uhr.
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Seminarbeschreibung

Durch Übersetzung und Anverwandlung der antiken griechischen Medizin entwickelte sich seit dem späten 8. Jahrhundert die Medizin im Islam, insbesondere in Bagdad, der Hauptstadt der Abbasiden-Kalifen. Seit den Anfängen bestand eine schöpferische Beziehung zwischen dieser naturkundlichen, weltlichen Medizin und der islamischen religiösen Gesetzesordnung (Scharia). In der Moderne besteht ein vergleichbar fruchtbares Spannungsverhältnis, nun zwischen Scharia und naturwissenschaftlicher Medizin. Das Seminar beleuchtet die historischen Grundlagen der Medizin im Islam und ausgewählte medizinische Themenfelder: Sterben und Tod, Lebensbeginn, Beschneidung und Organtransplantation. Die Studierenden halten jeweils kurze Impulsreferate, an die sich eine Diskussion anschließt. Fachliteratur wird bereit gestellt.

Dozentin: Dr. Susanne Ude-Koeller

Erste Sitzung: Donnerstag, 14.05.2020, 18:45 – 19:45 Uhr.
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Ganztägige Exkursion: weitere Informationen erhalten Sie in der ersten Sitzung.

Seminarbeschreibung

1946/47 mussten sich 23 führende Ärzte und Sanitätsbeamte vor dem Militärgerichtshof der amerikanischen Militärregierung für zahlreiche Morde und Experimente in KZ, Versuchsanstalten und Krankenhäusern verantworten. Der von den internationalen Medien aufmerksam verfolgte Nürnberger Ärzteprozess gilt bis heute als bedeutendster Versuch einer politisch-juristischen Auseinandersetzung mit den „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ deutscher Ärzte. Allerdings konnten sich viele Ärzte durch Flucht oder Tarnung der Verantwortung entziehen. Der 1949 erschienene Abschlussbericht dreier Ärzte, die für die deutsche Ärztekammer als Prozessbeobachter fungierten, wurde ambivalent aufgenommen.

Im Mittelpunkt des Seminars steht eine Exkursion am 06. Juni nach Nürnberg in das  Memorium Nürnberger Prozesse im Nürnberger Justizgebäude. Nach einer Führung durch die Dauerausstellung erhalten die Teilnehmenden vor Ort Gelegenheit einschlägige Prozessmaterialien einzusehen und Strategien der Anklage und Verteidigung zu diskutieren. Eine Vorbesprechung führt in das Thema ein.

Literatur

EBBINGHAUS, A./DÖRNER, K. (Hg.): Vernichten und Heilen. Der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Folgen. Berlin 2001.

Dozenten: Prof. Dr. Fritz Dross/Dr. med. Stephan Kolb

Erste Sitzung am Mi., 22.04.2020, 18.00-20.00, Ort: IGEM, großer Seminarraum Bibliothek EG, Glückstr. 10, 91054 Erlangen.

Zweite Sitzung Fr., 08.05.2020, 15.00-20.00 Uhr, Ort: Klinikum Nürnberg Nord, Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1, 90419 Nürnberg.

Dritte Sitzung Sa., 09.05.2020, 10.00-16.00, IGEM, großer Seminarraum Bibliothek EG, Glückstr. 10, 91054 Erlangen.

Seminarbeschreibung

Erst seit etwa 200 Jahren ist die Grenze zwischen Leben und Tod, die Feststellung des Todes und die Einigung auf – seitdem mehrfach gewandelte – medizinische Kriterien, den Tod eines Menschen möglichst eindeutig festzustellen, ein Thema der Medizin. Der Beginn dieser Debatte geht weniger auf wissenschaftliche Anstrengungen zurück als auf die um 1800 grassierende Furcht vieler Menschen, lebendig begraben zu werden. Das Seminar diskutiert die wichtige Rolle, die die Medizin bald in dieser Debatte einnahm. In einer ganztägigen Exkursion am Samstag, dem 23. November, ins Deutsche Medizinhistorische Museum steht die dort gezeigte Sonderausstellung zum Thema im Mittelpunkt.

Ganztägige Exkursion ins Deutsche Medizinhistorische Museum.

Literatur

Dozenten: Prof. Dr. Andreas Frewer, M.A. / PD Dr. Andreas Reis

Erste Sitzung (Vergabe der Referate): Di., 05.05.2020, 16:00-17:30 Uhr.

Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar: Fr. 29.05.2020, 15:00-19:00 Uhr und Sa., 30.05.2020, 9:00-15:00 Uhr.

Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Seminarbeschreibung

Weitere Informationen folgen.

Einführende Literatur

Weitere Informationen folgen.

Dozent: Prof. Dr. Andreas Frewer, M.A.

Erste Sitzung (Vergabe der Referate): Di., 05.05.2020, 18:00-19:30 Uhr.

Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar: Fr. 26.06.2020, 15:00-19:00 Uhr und Sa., 27.06.2020, 9:00-15:00 Uhr.

Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

 

Seminarbeschreibung

Ethische Fragen werden in der Medizin immer wichtiger. Auch durch den demographischen Wandel ergeben sich zunehmend moralische Konflikte bei der Behandlung oder Versorgung älterer Menschen und hochbetagter Patienten. Welche speziellen Bedürfnisse haben Senioren in unserer Gesellschaft, welche Fragen der Nichtdiskriminierung und Verteilungsgerechtigkeit gibt es im Gesundheitswesen? Das Seminar schlägt einen Bogen von generellen menschenrechtlichen Dimensionen hin zu spezifischen ethischen Problemen in der Praxis: Wie können trotz Schwierigkeiten mit Ageism, Pflegemangel und Stigmatisierung gute Behandlung und gerechte Allokation für die Medizin gewährleistet werden? Welche besonderen vulnerablen Situationen sind bei Patientenverfügungen und Beratung im hohen Alter oder für Personen mit Demenz zu berücksichtigen? In Referaten sowie Beiträgen aus dem Graduiertenkolleg „Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“ wird das Themenfeld erörtert.

Einführende Literatur

Aronson, P./Mahler, C. (2016): Menschenrechte in der Pflegepraxis – Herausforderungen und Lösungsansätze in Pflegeheimen. Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte.

Dammann, R./Gronemeyer, R. (2009): Ist Altern eine Krankheit? Wie wir die gesellschaftlichen Herausforderungen der Demenz bewältigen. Frankfurt a.M.: Campus.

Frewer, A./Bergemann, L./Schmidhuber, M. (Hrsg.) (2015): Demenz und Ethik in der Medizin. Standards zur guten klinischen Praxis. Jahrbuch Ethik in der Klinik 8. Würzburg: Königshausen & Neumann.

Kruse, A. (2016): Lebensphase hohes Alter. Verletzlichkeit und Reife. Heidelberg u.a.: Springer.

Remlein, K./Nübel, G. (2001): Der alte Mensch im Krankenhaus – Umsorgt oder entsorgt? Neumünster: Ed. Jakob van Hoddis im Paranus-Verlag.

Dozenten: Prof. Dr. Fritz Dross/Prof. Dr. Marion Ruisinger

Zwei Seminarsitzungen jeweils donnerstags, am 18. und 25. Juni 2020, 16-18 Uhr.

Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstr. 10, Seminarraum Bibliothek (EG).

Ganztägige Exkursion (08.00-20.00 Uhr) ins Deutsche Medizinhistorische Museum am Samstag, den 20. Juni 2020.

Seminarbeschreibung

Erst seit etwa 200 Jahren ist die Grenze zwischen Leben und Tod, die Feststellung des Todes und die Einigung auf – seitdem mehrfach gewandelte – medizinische Kriterien, den Tod eines Menschen möglichst eindeutig festzustellen, ein Thema der Medizin. Der Beginn dieser Debatte geht weniger auf wissenschaftliche Anstrengungen zurück als auf die um 1800 grassierende Furcht vieler Menschen, lebendig begraben zu werden. Das Seminar diskutiert die wichtige Rolle, die die Medizin bald in dieser Debatte einnahm. In einer ganztägigen Exkursion am Samstag, dem 23. November, ins Deutsche Medizinhistorische Museum steht die dort gezeigte Sonderausstellung zum Thema im Mittelpunkt.

Dozent: Dr. Rainer Erices

Erste Sitzung (u. a. Vergabe der Referate): Donnerstag, 28.05.2020, 16.00-18.00 Uhr
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar: Freitag, 19.06.2020, 10.00-18.00 Uhr.
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Seminarbeschreibung

Für viele Menschen gilt noch heute das Gesundheitswesen der DDR als vorbildlich. Wie kommt das? War die medizinische Betreuung wirklich besser? Zumindest propagierte die DDR unablässig „Alles zum Wohle des Volkes“ zu tun. Was übernahm der Staat, um dieses Ziel zu erreichen?

Uns interessiert, wie Ärzte in der DDR arbeiteten. In der Regel mussten sie etliche Hindernisse in Kauf nehmen: Um einen Studienplatz zu bekommen, verpflichteten sich junge Männer zu drei Jahren Wehrdienst, nach dem Studium wurden sie nach Erfordernissen der Planwirtschaft in Facharztrichtungen und Ausbildungsort gelenkt. In den Kliniken herrschte zunehmend Mangelwirtschaft: Einwegmaterial, Pharmaka Arbeitskittel und Patientenbettwäsche – manches war rar. Eine Kongressreise ins westliche Ausland war für viele undenkbar. Wer Karriere machen wollte, musste sich mit dem System arrangieren. Viele Ärzte arbeiteten als Geheimdienst-Spitzel, etliche brachen ihre ärztliche Schweigepflicht. Wir diskutieren, was es für Ärzte beispielsweise bedeutete, Mauertote zu obduzieren. Wie sind klinische Prüfungen von Medikamenten in einem diktatorischen Staat zu bewerten?

Im Seminar beschäftigen wir uns mit dem potenziellen Konflikt zwischen ärztlichem Berufsethos und von außen vorgegebenen Bedingungen, die diesem Ethos widersprechen. Wir betrachten Einzelbeispiele, wie sich Ärzte trotz Schweigepflicht und moralischer Bedenken dem System andienten, welche Ziele sie verfolgten und welchen Nutzen das ihnen erbrachte. Wir setzen uns damit auseinander, warum es der DDR so wichtig war, die eigenen Mediziner in ihrem Sinn politisch zu verpflichten.

Einführende Literatur

Beer, K./Weißflog, G. (2011): Weiterleben nach politischer Haft in der DDR. Gesundheit¬liche und soziale Folgen. Göttingen.

Bettin, H./Gadebusch Bondio, M. (Hrsg.) (2010): Medizinische Ethik in der DDR Erfahrungswert oder Altlast? Pabst Science Publishers, Lengerich u.a.

Frewer, A./Erices, R. (Hrsg.) (2015): Medizinethik in der DDR. Moralische und menschenrechtliche Fragen im Gesundheitswesen. Stuttgart.

Frewer, A./Schmidt, U. (Hrsg.) (2014): Forschung als Herausforderung für Ethik und Menschenrechte. 50 Jahre Deklaration von Helsinki (1964-2014). Köln.

Kerz-Rühling, I./Plänkers, T. (2004): Verräter oder Verführte. Eine psychoanalytische Untersuchung Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi. Berlin.

Müller, K.-D. (1997): Die Ärzteschaft im staatlichen Gesundheitswesen der SBZ und der DDR 1945-1989. In Robert Jütte (Hrsg.) (1997): Geschichte der deutschen Ärzteschaft. Köln, S. 243-273.

Mielke, U./Kramer, K. (2004): Die Medizinische Akademie Magdeburg und das Ministerium für Staatssicherheit. Band 11. Magdeburg.

Stein, R. (1992): Die Charité 1945-1992. Ein Mythos von innen. Berlin.

Süß, S. (1999): Politisch missbraucht? Psychiatrie und Staatssicherheit in der DDR. Berlin.

Weil, F. (2008): Zielgruppe Ärzteschaft. Ärzte als inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Göttingen.

Dozentin: Dr. Nadine Metzger

Sitzungen: donnerstags von 16:15 – 18:00 Uhr,  am 30.04., 07.05., 28.05., 18.06. und 25.06.2020
Ort: Geschäftsstelle des Klinischen Ethikkomitees, Universitätsstr. 40, 91054 Erlangen, Seminarraum (2. OG).

 

Seminarbeschreibung

Seit dem Wintersemester 1903/04 können sich Frauen an bayrischen Universitäten zum Studium einschreiben – damals nach zähen Kämpfen ein großer Erfolg für die Frauenbewegung, allerdings im Vergleich zu anderen europäischen Ländern um mehrere Jahrzehnte verspätet. Im Zentrum des Streits um das Frauenstudium standen Medizinstudium und Arztberuf für Frauen: Während die Befürworterinnen und Befürworter großen gesellschaftlichen Bedarf an weiblichen Ärzte sahen, denen ein besserer Zugang zu Frauen und Kinder zugesprochen wurde, sprachen die Gegner und Gegnerinnen Frauen prinzipiell die für Studium und Arztberuf notwendige geistige Befähigung, physische Konstitution, emotionale Stabilität und Verantwortungsgefühl ab. Im Ausland ausgebildet, trugen schon vor 1900 die ersten deutschen Ärztinnen durch ihr Beispiel und ihr Durchhaltevermögen unter widrigen Bedingungen dazu bei, dass sich das Berufsbild der „Ärztin“ Schritt für Schritt etablieren konnte.

 

Das Seminar beschäftigt sich mit dem Weg von Frauen zum Arztberuf im Kaiserreich, den damaligen Frauenleben und Geschlechterbildern, der entscheidenden Rolle der Medizinprofessoren in der öffentlichen Auseinandersetzung um das Frauenstudium, den Studienbedingungen der ersten Medizinstudentinnen und dem Arbeitsvoraussetzungen der ersten Ärztinnen.

Einführende Literatur

 

Dozentin: Dr. med. Leyla Güzelsoy

Erste Sitzung: Do., 28.05.2020, 18:15-19:45 Uhr
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar: Sa., 20.06.2020, 11:00-19:00 Uhr
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Seminarbeschreibung

 

Dozent:

Erste Sitzung:
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Blockseminar:
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG)

Seminarbeschreibung

 

Dozenten:

Sitzungen:
Ort: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Glückstraße 10, Seminarraum Bibliothek (EG).

 

Seminarbeschreibung

 

Dozenten:

Sitzungen:

Seminarbeschreibung